Gefährliche Beruhigungspille für Verlagsmanager

Die Zeitschriftentage 2009 in Berlin zeigen, warum deutsche Medienhäuser in der Krise stecken: Sie verweigern sich noch immer der Link-Ökonomie.

Veranstalter ist der Verband Deutscher Zeitschriftenverleger (VDZ). Er überraschte die Medienmacher mit einer freudigen Botschaft.  „Care for the Core“ lautete der Kern einer VDZ-Studie, die der Analyst Gregor Vogelsang von Booz & Company präsentierte.

Internet und Print auf getrennten Wegen?

Eine nette Beruhigungspille, unter anderem basierend auf der Strategie des Wirtschaftsmagazins Economist. „Dort hat man es geschafft, eine große Distanz zwischen die eigene Marke und das Internet zu legen“, zitiert meedia.de den Analysten (siehe hier). Und fügt hinzu:  „Auf diese markendifferenzierende Qualität wird es künftig immer mehr ankommen.“

Die Verlagsmanager sollten sich von der „Online- und Google-Fixierung“ lösen, und Wachstum „entlang bewährter Pfade generieren“. Ein gefährlicher Rat. Als würde man dem Kapitän eines Schiffes im Nordatlantik ein höheres Tempo abverlangen, um schneller  nach New York zu gelangen (was in der Geschichte der Schifffahrt leider bereits vorgekommen ist).

Von Google lernen!

Nein, das Gegenteil ist richtig. Keine Beruhigungspillen mehr für Verlage. Die Anzeigen kennen nur eine Richtung – hin zu den Websites. Und die Auflagen von Zeitungen und Zeitschriften fallen weiter und weiter. Für traditionelle Verlage lautet die bittere Wahrheit: Das Geschäftsmodell mit gedrucktem Papier zerbröckelt.

Die Zukunft gehört digitalen Medien. Google kassiert in unserem Land 90 Prozent der Onlinewerbung. Ein bereits jetzt übermächtiger Gegner. Verlagsmanager sollten keine Zeit mit realitätsfernen Studien vergeuden, sondern lieber den Prinzipen der Linkökonomie folgen. So wie es Google vormacht. Dann fließen auch im Netz die Werbeeinnahmen .

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