Steigern Sie Ihre Reichweite! Sechs Schritte zum perfekten Growth Hack

Wie sind Facebook, Airbnb oder Pinterest einem Millionen-Publikum bekannt geworden? Mit Growth Hacking, einer Marketing-Technik von Startups.  Auch Sie können das Konzept nutzen – in sechs Schritten zum perfekten Growth Hack.

Die Idee des Growth Hackings wurde aus der Not geboren. Was tun, wenn ein Startup dringend seine Reichweite steigern muss – ein Etat für Werbung in Magazinen, Radio- oder TV-Sendern aber fehlt? Die Lösung: eine Art Huckepack-Marketing. Man klinkt sich in Netzwerke ein, die bereits ein großes Publikum erreichen. Und promotet so seine Marke.

Der schnelle Post auf Facebook ist damit aber nicht gemeint. Sondern die Antwort auf die Frage: Wer oder was kann meine Botschaft verbreiten – und zwar viel besser, als es mir je mit einem eigenen Post gelingen würde? Das klingt Ihnen zu theoretisch? Verstehe ich. Deshalb hier ein Beispiel: Airbnb.

Huckepack auf Anzeigenportal

Airbnb ist ein Online-Marktplatz, auf dem Privatleute Unterkünfte mieten und vermieten können. 2008 in San Francisco gegründet, stellte sich den Machern die übliche Frage: wie bekannt werden? Der Durchbruch gelang mit einem Hack: Airbnb ersann einen technischen Weg,  damit die Angebote der Vermieter gleichzeitig im mächtigen Kleinanzeigen-Portal Craigslist erscheinen konnten. In kürzester Zeit war Airbnb bekannt (Details hier) – ein Musterbeispiel für ein erfolgreiches Huckepack-Marketing.

Projektteams statt Einzelkämpfer

Growth Hacking funktioniert – aber es ist anspruchsvoll. Einzelkämpfer sind fehl am Platz. Kleine Projektteams aus Redakteuren, Marketern und Web-Entwicklern eignen sich besser. Sie sollten in sechs Schritten ihren individuellen Growth Hack erarbeiten.

Schritt 1: Klare und messbare Ziele setzen. Growth Hacker verfolgen drei Ziele: Wachstum, Wachstum und Wachstum. Das Schöne daran: Wachstum lässt sich messen und deshalb sollte zu Beginn festgelegt werden, welches Wachstum realistisch erscheint und welche KPI (Key Performance Indicator) geeignet sind.

Schritt 2: Eigene Inhalte prüfen. Sind sie geeignet für Growth Hacks? Erfolgreiche Webseiten wie Buzzfeed (Link hier) oder Vox (Link hier) testen sehr intensiv, welche Inhalte viral werden können – und welche nicht. Das betrifft die Themen, die Zeilen, die Texte, die Bilder. Wer erfolgreich Growth Hacken will, benötigt solche Inhalte. Egal ob Medienhaus oder Consumer Brand. Sind solche Inhalte vorhanden – wunderbar. Wenn nicht, müssen sie später produziert werden.

Schritt 3: der Growth Hack. Jetzt kommt der anspruchsvollste Teil. Mit welcher Methode kann Wachstum generiert werden? Zur Auswahl:

  • Referral-Programme. Kunden empfehlen die Marke weiter. Kunde und Neukunde werden belohnt. So wurde zum Beispiel der Cloud-Dienst Dropbox sehr bekannt.
  • Influencer Marketing. Welche Personen haben in der entsprechenden Branche bereits eine hohe Reichweite? Wie können sie genutzt werden, damit die Marke wächst? Besonders YouTuber oder Instagramer eignen sich dafür.
  • E-Mail Marketing. Können wir Inhalte erzeugen, die die Kunden jeden Tag in Ihrem Posteingang ersehnen? Und dann teilen? Wie die Briefings, die einige Chefredakteure täglich versenden?
  • Social Sharing. Wie können wir unsere Kunden zu Markenbotschaftern machen? Wie ihre Freunde wissen lassen, dass sie unser Produkt benutzen? So wie es der Musikdienst Spotify vormacht.
  • Application Programming Interfaces (APIs). Können wir Schnittstellen zu unseren Inhalten einrichten, damit Web-Entwickler sie in ihre Projekte integrieren? Zum Beispiel eine Bestseller-Liste, die dann auf anderen Webseiten, Blogs oder Sozialen Netzwerken erscheint und das eigene Produkt promotet?

Oder gelingt es sogar, einen eigenen Growth Hack zu erschaffen? Das ist die Königsdisziplin.

Schritt 4: Inhalte erstellen. Entweder können Texte, Bilder, Grafiken und Videos genutzt werden, die bereits produziert wurden (siehe Schritt 2). Oder es müssen neue Inhalte geschaffen werden, die zum Growth Hack passen.

Schritt 5: Wie können die Inhalte verbreitet werden? Je mehr automatisiert wird, desto besser – zum Beispiel mit Tools wie Hootsuite (Link hier).

Schritt 6: Testen, monitoren, testen. Nur selten funktioniert der erste Anlauf. Wie in einer Schleife müssen die Inhalte des Growth Hack getest, beurteilt und verbessert werden. Als Anhaltspunkt dienen die KPI aus Schritt 1.

Einer der Väter des Growth Hackings, Andrew Chan (Blog hier), fasste die Idee des Growth Hackings so prägnant zusammen, dass ich damit enden möchte:  „The fastest way to spread your product is by distributing it on a platform using APIs, not MBAs. Business development is now API-centric, not people-centric.“

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